Im Sommer und Herbst des Jahres 2012 beteiligte sich eine Gruppe von vier Konfirmanden des Jahrgangs 2011/2012 am Gedenksteinprojekt über die Deportation badischer Juden in das Lager Gurs. Ziel des Projekts ist es, aus allen badischen Gemeinden, aus denen Juden nach Gurs deportiert wurden, zwei Gedenksteine herzustellen. Einer der Steine verbleibt in der Gemeinde, der zweite wird auf dem zentralen Mahnmal in Neckarzimmern aufgestellt.
Unterstützt durch die Familie Dr. Joachim Hartmann und den Steinbildhauermeister Michael Herberth machten sich die vier Konfirmanden Gedanken, wie die Gedenksteine aussehen und aus welchen Materialien sie bestehen könnten.
Für die Umsetzung waren von allen Beteiligten zum Teil ungewohnte und körperlich anstrengende handwerkliche Arbeiten gefragt: Oberflächenbearbeitung der Steine, passgenaues Bohren der Löcher, Einkleben der Eisenstangen und schließlich das Zusammenfügen der Einzelteile.
Herausgekommen ist ein Denkmal, das einen eingekerkerten und angeketteten Davidstern zeigt. Dieser symbolisiert die damalige Situation der Juden in Deutschland.
Alle verwendeten Materialien können verrotten oder rosten - mit Ausnahme des Davidsterns. Er ist aus Edelstahl gefertigt und soll zum Ausdruck bringen, dass Gewalt den Glauben und die Hoffnung nicht bezwingen kann. Die eingemeißelten Kuhlen auf der Deckplatte laden den Besucher dazu ein, nach jüdischer Tradition Steinchen abzulegen - als Zeichen des Schutzes der Verstorbenen und des Nichtvergessens.
Der Berwanger Gedenkstein hat seinen Platz auf dem hiesigen Friedhof gefunden.
Die Übergabe des Denkmals fand am 17.11.2013 im Rahmen der Gedenkfeier zum Volkstrauertag statt. Die Kraichgau Stimme berichtete in ihrer Ausgabe vom 18.11.2013 über dieses Ereignis:

Quelle: Tanja Ochs / Kraichgau Stimme
Nachfolgend einige Aufnahmen, die während des Projekts entstanden sind.












